FSC General Assembly
Vom 8. – 13. Oktober fand in Vancouver die General Assembly (GA) von FSC International statt. Die European Panel Federation (EPF), die seit diesem Jahr Mitglied von FSC International ist, nahm mit Clive Pinnington an der GA teil, um die Interessen der Holzwerkstoffindustrie zu vertreten. Im besonderen Fokus standen die vier Anträge zu FSC Controlled Wood (CW). Im Ergebnis konnten die Anträge, die sich für ein Auslaufen von CW einsetzten, abgewehrt werden – ein kleiner Erfolg für die Holzwerkstoffindustrie. Über die Weiterentwicklung von CW soll im Rahmen eines Strategischen Meetings von FSC International im Juni 2018 entschieden werden. Wir werden prüfen, wie wir uns über die EPF in diesen Prozess einbringen können und Sie über das weitere Vorgehen informieren.
Ministerien veröffentlichen Gemeinsamen Leitfaden zum Beschaffungserlass Holzprodukte
Am 6. Oktober wurde der „Gemeinsame Leitfaden“ zum Beschaffungserlass Holzprodukte der vier Bundesministerien für Landwirtschaft, Wirtschaft, Verkehr und Umwelt veröffentlicht. Mit dem „Gemeinsamen Leitfaden“ als Ergänzung des Gemeinsamen Erlasses zur Beschaffung von Holzprodukten folgt die Bundesregierung den Forderungen des DHWR und des VHI nach einer Konkretisierung der Vorgaben für Ausschreibungen der öffentlichen Hand sowie nach Bürokratieabbau und vereinfacht so die Beschaffung von Holzprodukten. Allerdings stellt der Erlass nach wie vor die Ungleichbehandlung von Holz und Holzprodukten in der öffentlichen Beschaffung dar. Denn Holz ist der einzige Bau- und Werkstoff, der mit strengen Umwelt- und Sozialstandards belegt ist. Zwar wurde die Nachweisführung durch die Klarstellung effizienter gestaltet und auch eine Bagatellgrenze bei Beschaffungen unter 2.000 Euro eingeführt. Die Mehrkosten für die Zertifizierung bzw. Nachweisführung können dennoch je nach Auftragswert bis 10 zu zehn Prozent des Auftragsvolumens ausmachen. Für einen fairen Wettbewerb sollten alle Produkte gleichermaßen mit vergleichbaren Umwelt- und Sozialstandards in der öffentlichen Beschaffung belegt werden.
Beschaffungserlass: im Gemeinsamen Ministerialblatt http://www.gmbl-online.de/dokument/?user_nvurlapi_pi1%5Bdid%5D=7923993&cHash=f55fe2768a&src=redirect
VHI-Workshop: Rundholzkartellverfahren in Baden-Württemberg
In den letzten Ausgaben der VHIonline hatten wir bereits über das Rundholzkartellverfahren in Baden-Württemberg und die potentielle Geltendmachung von Kartellschadensersatzansprüchen durch die Holzwerkstoffindustrie informiert. Auf der Sitzung des VHI-Rohholzausschusses am 27.09.2017 wurde der Bedarf gesehen, das Thema vertieft zu diskutieren. Der VHI organisiert für seine Mitglieder daher einen Workshop mit einleitenden Informationsvorträgen in Berlin. Termin wird voraussichtlich der 1.12.2017 sein. Die Einladungen werden wir versenden, sobald der Termin und das Programm stehen.
Umsetzung der MCP-Richtlinie
Die neuen europäischen Anforderungen an mittelgroße Feuerungsanlagen müssen eigentlich bis zum 19. Dezember umgesetzt sein. Die dahinter stehende sog. MCP-Richtlinie (medium combustion plants) senkt die Emissionsanforderungen dramatisch ab. Einen ersten nationalen Umsetzungsvorschlag hatte das Bundesumweltministerium mit der TA Luft-Novelle vorgelegt, die allerdings aus anderweitigen Gründen scheiterte. Trotz der noch laufenden Koalitionsverhandlungen möchte das Ministerium den Entwurf einer Umsetzungsregelung noch vor dem 19. Dezember in die Anhörung geben. Wir gehen davon aus, dass die Grenzwertabsenkungen so wie im letzten Entwurf skizziert ausfallen werden. Zusammen mit der Sägeindustrie bemühen wir uns etwa über den Prozess der Charta für Holz 2.0, Alternativvorschläge zu entwickeln, um die Feuerungsanlagen fortführen zu können.
Delegated Act on VOC und Erlass der MVVTB
Die Kommission hat den Entwurf des delegated act on VOC noch nicht verabschiedet. Die wissenschaftlichen Diskussionen werden auf europäischer Ebene Anfang 2018 fortgeführt. Derweil wird die Musterverwaltungsvorschrift technische Baubestimmungen (vom 31. August 2017) in geltendes Recht überführt. Sie stellt Anforderungen an Bauprodukte, die angesichts der europäischen Lücke Platz greifen können. Neben VOC sind aber auch Brandschutzanforderungen neu formuliert worden. Der VHI sieht verschiedene Holzwerkstoffe durch die Regelung benachteiligt. Die politischen Bemühungen dauern an, die Länder (insbesondere Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt) von einem Inkraftsetzen der MVVTB abzuhalten.
Projekt Optigas
Das auch vom VHI mitfinanzierte Projekt „Optigas“ beim WKI wurde abgeschlossen. Es konnte nachgewiesen werden, dass eine Verkürzung der Gasanalyse unschädlich ist. Im Holzzentralblatt ist ein Bericht von Herrn Schwab und Frau Meier dazu erschienen, den Sie im internen Homepagebereich einsehen können.